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<title>Gattungsname</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Gattungsname</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Zu den <b>Gattungsnamen</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic">Nomina appellativa</span>; auch: <b>Gattungsbezeichnungen</b>, <b>Gattungswörter</b>, <b>Appellativa</b>, <b>Appellative</b>) gehören Wörter für Gattungs<a href="Begriff" title="Begriff">begriffe</a> – im Sinne von geistigen Konzepten – wie <i>Haus, Tier</i> oder <i>Baum</i>. Sie bilden neben <a href="Eigenname" title="Eigenname">Eigennamen</a> <i>(Nomina propria)</i> eine Unterklasse der <a href="Substantiv" title="Substantiv">Substantive</a>.
</p><p>Manchmal werden Markennamen zu Gattungsbezeichnungen, siehe <a href="#Schutz_für_Produktnamen_(generalisierter_oder_generischer_Markenname)">#Schutz für Produktnamen (generalisierter oder generischer Markenname)</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hauptmerkmale_der_Gattungsnamen">Hauptmerkmale der Gattungsnamen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Syntaktische_Merkmale">Syntaktische Merkmale</h3></div>
<p>Im Gegensatz zur Behandlung der Eigennamen im Standarddeutschen verbinden sich Gattungsnamen regelmäßig mit einem Artikel. Der unbestimmte Plural wird im Deutschen allerdings nicht mit Artikel markiert, Gattungsnamen im Plural sind daher auch ohne Artikel schon vollständige Ausdrücke (z.&nbsp;B. „Häuser“ oder „Frauen“ ebenso wie „das Haus“ oder „die Frau“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Groß-_und_Kleinschreibung"><span id="Gro.C3.9F-_und_Kleinschreibung"></span>Groß- und Kleinschreibung</h3></div>
<p>Im Gegensatz zu Eigennamen werden Gattungsnamen heutzutage in den meisten Sprachen, die das <a href="Lateinisches_Alphabet" title="Lateinisches Alphabet">lateinische Alphabet</a> verwenden, klein geschrieben und können so leicht von Eigennamen unterschieden werden. Im Deutschen jedoch werden (unter anderem) alle Substantive großgeschrieben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Adjektive_in_Gattungsnamen">Adjektive in Gattungsnamen</h4></div>
<p>Auch Adjektive können Bestandteil von Gattungsnamen sein. Beispiele hierfür sind <a href="Wei%C3%9Fer_Hai" title="Weißer Hai">Weißer Hai</a>, <a href="Schwerer_Kreuzer" title="Schwerer Kreuzer">Schwerer Kreuzer</a>, <a href="Schwarzes_Loch" title="Schwarzes Loch">Schwarzes Loch</a> usw. Sie werden im Deutschen ebenfalls großgeschrieben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Semantische_Merkmale">Semantische Merkmale</h3></div>
<p>Zu den Eigennamen wird ein Wort gezählt, wenn es auf ein einzelnes Objekt verweist (etwa auf die Person Herbert oder den Ort Augsburg). Als Gattungsnamen werden dagegen die Wörter gesehen, mit denen auf Klassen von Gegenständen verwiesen werden kann. (Beispielsweise kann man mit dem Wort „Häuser“ auf die Häuser dieser Welt verweisen.)
</p><p>Bei Gattungs- und Stoffnamen ist es möglich, von dem Wort auf die Eigenschaften der bezeichneten Gegenstände zu schließen (Beispielsweise lässt sich von „Hund“ auf die Eigenschaft „hat ein Fell“ schließen).
</p><p>Gattungsnamen beziehen sich aufgrund von Merkmalen auf Konzepte. Es kann daher zu Vagheit bei der <a href="Referenz_(Linguistik)" class="mw-redirect" title="Referenz (Linguistik)">Referenz</a> kommen. Das heißt: Es kann in manchen Situationen unklar bleiben, ob bestimmte Gegenstände unter das mit dem Gattungsnamen angesprochene Konzept fallen. Beispielsweise kann ein Bauwerk „mehr oder weniger“ ein Turm sein, sodass es nicht zu einer eindeutigen Zuweisung kommt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung_von_Gattungsnamen_und_Eigennamen_–_mögliche_Zweifelsfälle"><span id="Abgrenzung_von_Gattungsnamen_und_Eigennamen_.E2.80.93_m.C3.B6gliche_Zweifelsf.C3.A4lle"></span>Abgrenzung von Gattungsnamen und Eigennamen – mögliche Zweifelsfälle</h2></div>
<p>Während es recht einfach ist, überzeugende Definitionen für die Begriffe „Eigenname“ und „Gattungsname“ zu geben, kann es in der Praxis recht schwierig sein zu bestimmen, unter welche der beiden Definitionen ein jeweils vorliegender Ausdruck fällt. Es folgt hier daher eine Auflistung von typischen Zweifelsfällen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gattungsnamen,_mit_denen_auf_bestimmte_Einzelobjekte_verwiesen_wird"><span id="Gattungsnamen.2C_mit_denen_auf_bestimmte_Einzelobjekte_verwiesen_wird"></span>Gattungsnamen, mit denen auf bestimmte Einzelobjekte verwiesen wird</h3></div>
<p>Die Möglichkeit, auf ein ganz bestimmtes Einzelobjekt zu verweisen, bieten nicht allein die Eigennamen. Wenn es in einer Firma heißt, dass „der Chef“ außer Haus sei, dann ist den Beteiligten klar, über wen gesprochen wird.
</p><p>Gleiches gilt für Ausdrücke wie „Mutter“ oder „Opa“. Es lässt sich aus dem Kontext erschließen, wer gemeint ist, wenn von „Mutter“ oder „Opa“ gesprochen wird.
</p><p>Die angeführten Ausdrücke werden aber dennoch zu den Gattungsnamen gezählt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deonymika">Deonymika</h3></div>
<p>Viele Wörter können sowohl als Eigennamen wie auch als Gattungsnamen auftreten, insbesondere, wenn es einen prototypischen Vertreter gibt, nach dem die Klasse heißt (<a href="Deonym" class="mw-redirect" title="Deonym">Deonym</a>):
</p>
<ul><li><i>Die Sonne</i> lachte vom Himmel (gemeint ist der Stern im Zentrum des <a href="Sonnensystem" title="Sonnensystem">Sonnensystems</a>, in dem sich die Erde befindet)</li></ul>
<dl><dd><dl><dd>Zugleich: Im Zentrum jedes <a href="Planetensystem" title="Planetensystem">Sonnensystems</a> gibt es <i>eine Sonne</i>.</dd></dl></dd></dl>
<ul><li>Der Heilige Franziskus betete zu <i>Gott</i>. (gemeint ist der Gott der christlichen Religionen)</li></ul>
<dl><dd><dl><dd>Zugleich: Homer und Hesiod brachten die <i>Götter</i> in eine bestimmte Ordnung.</dd></dl></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Unklare_Referenz_bei_Eigennamen">Unklare Referenz bei Eigennamen</h3></div>
<p>Für Eigennamen ist nicht immer eine eindeutige Referenz gegeben. So handelt es sich bei Formulierungen wie „Berlin begrüßt die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten“ und „Berlin schlägt Hamburg mit 2:1“ um <a href="Metonymie" title="Metonymie">metonymische</a> Ausdrucksweisen, wobei im ersten Fall „Berlin“ für die Bundesregierung steht und im zweiten Fall für eine Fußballmannschaft der Stadt.
</p><p>In beiden Fällen kann der Leser/Hörer nur ermitteln, worauf sich der Ausdruck „Berlin“ bezieht, wenn er den <a href="Kontext_(Sprachwissenschaft)" title="Kontext (Sprachwissenschaft)">Kontext</a> der Äußerung berücksichtigt und <a href="Weltwissen" title="Weltwissen">Weltwissen</a> an den Text heranträgt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eigennamen,_die_eine_„konnotative_Bedeutung“_haben"><span id="Eigennamen.2C_die_eine_.E2.80.9Ekonnotative_Bedeutung.E2.80.9C_haben"></span>Eigennamen, die eine „konnotative Bedeutung“ haben</h3></div>
<p>Der Definition nach sind Eigennamen Ausdrücke, die dazu dienen, auf Objekte zu verweisen und keine (oder fast keine) Bedeutung transportieren. Jedoch lässt sich an vielen Beispielen zeigen, dass mit Eigennamen allerhand <a href="Konnotation" title="Konnotation">Konnotationen</a> verbunden sein können. In den folgenden Beispielsätzen treten diese Konnotationen so stark in den Vordergrund, dass die Eigennamen wie Gattungsnamen wirken:
</p>
<ul><li>Die Hannover-Messe ist das <i>Mekka</i> der Maschinenbauer.</li>
<li>Sie ist die <i>Mutter Teresa</i> in unserer Stadt.</li>
<li>Ein <i>Einstein</i> ist er auch nicht gerade.</li>
<li>Die Rentenreform wurde zu seinem <i>Waterloo</i>.</li></ul>
<p>Hier werden Eigennamen wie Gattungsnamen verwendet, ihre Hauptfunktion ist es aber dennoch, dass sie zur Identifizierung oder Beschreibung von Gegenständen verwendet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eigennamen,_die_wie_Stoffnamen_verwendet_werden"><span id="Eigennamen.2C_die_wie_Stoffnamen_verwendet_werden"></span>Eigennamen, die wie Stoffnamen verwendet werden</h3></div>
<p>Weiterhin gibt es das Phänomen, dass Eigennamen wie Stoffnamen verwendet werden. Rhetorisch handelt es sich hierbei um <a href="Metonymie" title="Metonymie">Metonymien</a>:
</p>
<ul><li>Lisa hat eine Stunde <i>Beethoven</i> gehört.</li>
<li>Zwei Stunden <i>Schiller</i> waren genug.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eigennamen,_die_als_Gattungsnamen_verwendet_werden"><span id="Eigennamen.2C_die_als_Gattungsnamen_verwendet_werden"></span>Eigennamen, die als Gattungsnamen verwendet werden</h3></div>
<p>Beispiele für Eigennamen, die als Gattungsnamen verwendet werden:
</p>
<ul><li>Wir müssen zehn <i>Maria Stuart</i> bestellen. (gemeint ist: zehn Exemplare des Buchs)</li>
<li>Der Kunde will fünf <i>Mona Lisas</i>. (gemeint ist: fünf Drucke)</li>
<li>In Bern wurden zwei <i>Picassos</i> gestohlen. (gemeint ist: zwei Werke von Picasso)</li></ul>
<p>Hier hat man es mit Eigennamen zu tun, die gelegentlich die Funktion von Gattungsbezeichnungen haben, wobei aber die identifizierende Funktion als dominierend anzusehen ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eigennamen,_die_aus_Gattungsnamen_gebildet_wurden"><span id="Eigennamen.2C_die_aus_Gattungsnamen_gebildet_wurden"></span>Eigennamen, die aus Gattungsnamen gebildet wurden</h3></div>
<ul><li><a href="Toponym" class="mw-redirect" title="Toponym">Toponyme</a> wie „Auf dem Rübenacker“, „Vor der hohen Tanne“, …</li>
<li>Eigennamen wie „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“, „Institut für Deutsche Sprache“, …</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fazit_zu_den_Zweifelsfällen"><span id="Fazit_zu_den_Zweifelsf.C3.A4llen"></span>Fazit zu den Zweifelsfällen</h3></div>
<p>Mit den angeführten Beispielen lässt sich zeigen, dass die Übergänge zwischen Eigennamen und Gattungsnamen fließend sind. Zwar lässt sich zu den meisten Substantiven angeben, ob sie vorwiegend als Eigennamen oder als Gattungsnamen verwendet werden, dabei muss man jedoch im Auge behalten, dass sich für substantivische Ausdrücke zu jeder Zeit Verwendungsweisen einstellen können, die sie in den Grenzbereich von Gattungsnamen und Eigennamen bringen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gattungsnamen_in_juristischen_Kontexten"><span id="Generische_Marke"></span>Gattungsnamen in juristischen Kontexten</h2></div>
<p>Die Frage, ob ein bestimmter Ausdruck als Gattungsname oder als Eigenname gesehen werden muss, wird in manchen Fällen von Verwaltungsinstanzen und von Gerichten entschieden. Wenn festgesetzt wird, dass ein Ausdruck als Eigenname zu sehen ist, hat das meist zur Folge, dass es Beschränkungen bei der Verwendung des Ausdrucks gibt. Gelegentlich gibt es auch Fälle, bei denen Verwaltungsinstanzen oder Gerichte darüber entscheiden, wer einen bestimmten Gattungsnamen in einem bestimmten Kontext verwenden darf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Herkunftsbezeichnungen">Herkunftsbezeichnungen</h3></div>
<p>Die Wortkombination „Münchner Weißwurst“ besteht aus dem Gattungsnamen „Weißwurst“, ergänzt durch einen Eigennamen in attributiver Funktion. Man sieht einen Ausdruck wie „Münchner Weißwurst“ üblicherweise als <a href="Herkunftsbezeichnung" title="Herkunftsbezeichnung">Herkunftsbezeichnung</a> an.
</p><p>Sobald markenrechtlich gültige Beschränkungen für die Verwendung des Ausdrucks gesetzt werden, kann sich der Ausdruck von seiner Funktion her aber den <a href="Produktname" class="mw-redirect" title="Produktname">Produktnamen</a> annähern. Das Recht, Produkte mit dem Etikett „Münchner Weißwurst“ zu versehen, liegt dann zwar nicht in der Hand einer einzelnen Firma (wie bei Produktnamen üblich), aber der Ausdruck ist dennoch nicht mehr so frei verwendbar wie es sonst bei Gattungsnamen der Fall ist. Es gibt dann bestimmte Betriebe, die ihre Produkte als „Münchner Weißwürste“ anbieten dürfen, während es andere gibt, denen dieses Privileg vorenthalten wird.
</p><p>Produktnamen werden von Linguisten meist als Ausdrücke betrachtet, die in einem Zwischenbereich von Gattungsnamen und Eigennamen angesiedelt sind, denn einerseits bezeichnet man mit ihnen – ebenso wie mit Gattungsnamen – häufig einen Typ von Gegenständen (siehe etwa „Hanutas“, „Vespas“, …), andererseits wurde der Zusammenhang zwischen den Gegenständen und dem Namen durch einen Akt der Namensvergabe geschaffen – wie es für Eigennamen typisch ist. Siehe dazu <a href="Werbesprache#Produktname" title="Werbesprache">Produktname</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutz_für_Produktnamen_(generalisierter_oder_generischer_Markenname)"><span id="Schutz_f.C3.BCr_Produktnamen_.28generalisierter_oder_generischer_Markenname.29"></span><span id="Markenname"></span> Schutz für Produktnamen (generalisierter oder generischer Markenname)</h3></div>
<p>Generalisierte oder <a href="Generisch" title="Generisch">generische</a> Markennamen entstehen, wenn ein patentrechtlich und markenrechtlich geschütztes Produkt ohne Konkurrenz in den Markt eingeführt wird, somit marktbeherrschend wird und in der Folge die Konsumenten später erhältliche gleichartige Konkurrenzprodukte mit demselben Namen benennen. Solche Markennamen werden auch „Begriffsmonopole“ genannt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Beispiele sind u.&nbsp;a. „<a href="Tempo_(Marke)" title="Tempo (Marke)">Tempo</a>“, „<a href="Tesa" title="Tesa">Tesafilm</a>“, „<a href="Jeep" title="Jeep">Jeep</a>“, „<a href="UHU" title="UHU">UHU</a>“, „<a href="O.b." title="O.b.">o.b.</a>“, „<a href="Ohropax" title="Ohropax">Ohropax</a>“, „<a href="Lego" title="Lego">Lego</a>“, und „<a href="Edding" title="Edding">Edding</a>“.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für ein Unternehmen kann es wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen, wenn ein von ihm gehaltener Produktname durch den allgemeinen Sprachgebrauch zu einem Gattungsnamen wird, da nach Ablauf der Markenschutzfrist eine Verlängerung des Markenschutzes verweigert werden kann, wenn der Markenname zu einem allgemein verbreiteten Gattungsbegriff geworden ist.
</p><p>Für <a href="Google_LLC" title="Google LLC">Google</a> ist es ungünstig, dass der Markenname (Stand 2006) fast zu einem Synonym für <a href="Suchmaschine" title="Suchmaschine">Suchmaschine</a> geworden ist.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, setzten sich juristische Vertreter des Unternehmens Google 2006 massiv dafür ein, dass die Bedeutung des Verbs „googeln“ in Wörterbüchern nicht mit den Worten „im Internet suchen“, sondern mit den Worten „mit Google im Internet suchen“ angegeben wird. Bekannt geworden sind solche Einflussnahmen 2006 beim <a href="Duden" title="Duden">Duden</a><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und beim <a href="Merriam-Webster%E2%80%99s_Collegiate_Dictionary" title="Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary">Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Google erreichte 2013 beim schwedischen Sprachenrat, dass das Wort <i>ogooglebar</i> („ungooglebar“) nicht mehr in der Bedeutung „nicht mit einer Suchmaschine auffindbar“ in einer <a href="Neologismus" title="Neologismus">Neologismenliste</a> aufgeführt wird.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dem Namen „Google“ soll damit das Schicksal vieler anderer Produktnamen erspart werden, die, weil zu Gattungsnamen geworden, nicht mehr markenrechtlich schützbar sind.
</p><p>Verschiedentlich entwickeln sich aus dem auf diese Art zum Gattungsbegriff gewordenen Markennamen sogar Verben. So entstand aus dem Gattungsnamen „<a href="Flex-Elektrowerkzeuge" title="Flex-Elektrowerkzeuge">Flex</a>“ für <a href="Winkelschleifer" class="mw-redirect" title="Winkelschleifer">Winkelschleifer</a> das umgangssprachliche Verb „flexen“. Weitere Beispiele sind „<a href="Haartrockner" title="Haartrockner">fönen</a>“, „<a href="K%C3%A4rcher_(Unternehmen)" title="Kärcher (Unternehmen)">kärchern</a>“ für „mit einem <a href="Hochdruckreiniger" title="Hochdruckreiniger">Hochdruckreiniger</a> säubern“ und (wie erwähnt) „googeln“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Domainrecht">Domainrecht</h3></div>
<p>Schon öfter wurde vor Gerichten darum gestritten, ob es zulässig ist, dass ein Gattungsname als <a href="Domain_(Internet)" title="Domain (Internet)">Domain</a>-Name in einer Internet-Adresse verwendet wird. Als Tendenz lässt sich erkennen, dass das Recht, Gattungsnamen als Domain-Namen zu verwenden, nicht grundsätzlich verneint wird. Beispielsweise wurde in einem Urteil zu einem Streit um die Domain www.sauna.de dargelegt, dass es bei der Verwendung dieser Domain zu keiner unzulässigen Kanalisierung der Kundenströme kommt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ein Sauna-Interessent weiß, daß es mehrere Anbieter auf diesem Markt gibt. Angesichts der Höhe der Investition, die mit dem Erwerb einer Sauna verbunden ist, wird er sich nicht davon abhalten lassen, sich auch anderweitig zu informieren.“<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Auch ein Musterprozess beim deutschen Bundesgerichtshof (BGH) über die <a href="URL" class="mw-redirect" title="URL">URL</a> <i>www.mitwohnzentrale.de</i> kam zu einem solchen Ergebnis.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Groß-_und_Kleinschreibung_2"><span id="Gro.C3.9F-_und_Kleinschreibung_2"></span>Groß- und Kleinschreibung</h2></div>
<p>In Sprachen wie dem Englischen und dem Französischen ist die Fähigkeit, zwischen Eigennamen und Gattungsnamen zu unterscheiden, von grundlegender Bedeutung für die Rechtschreibung, da hier Eigennamen großgeschrieben werden, andere Substantive jedoch nicht. Dabei gibt es zwischen englischen und französischen Regeln einen gravierenden Unterschied: Während im Englischen auch die adjektivische Form von Eigennamen großgeschrieben wird, wird sie im Französischen kleingeschrieben: „ein französisches Wort“ ist englisch “<span lang="en">a French word</span>” und französisch «&nbsp;<span lang="fr">un mot français</span>&nbsp;». Im Deutschen gibt es für Gattungsnamen diese Unterscheidung jedoch nicht, sie werden groß geschrieben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<p><b>Zu erkenntnistheoretischen Aspekten:</b>
</p>
<ul><li>Abgrenzung Gattungsbegriff–Artbegriff: <a href="Begriff_(Philosophie)#Gattungsbegriff/Artbegriff" title="Begriff (Philosophie)">Begriff (Philosophie) #Gattungsbegriff/Artbegriff</a></li></ul>
<p><b>Zu linguistischen Aspekten:</b>
</p>
<ul><li>Produktname: <a href="Werbesprache#Produktname" title="Werbesprache">Werbesprache #Produktname</a></li>
<li><a href="Deonomastik" title="Deonomastik">Deonomastik</a></li>
<li><a href="Kleinschreibung" title="Kleinschreibung">Kleinschreibung</a></li></ul>
<p><b>Zu markenrechtlichen Aspekten:</b>
</p>
<ul><li><a href="Herkunftsbezeichnung" title="Herkunftsbezeichnung">Herkunftsbezeichnung</a></li>
<li><a href="Namensrecht" title="Namensrecht">Namensrecht</a></li>
<li><a href="Markenrecht" title="Markenrecht">Markenrecht</a></li>
<li><a href="Domainnamensrecht" title="Domainnamensrecht">Domainnamensrecht</a></li></ul>
<p><b>In der Biologie:</b>
</p>
<ul><li><a href="Gattung_(Biologie)" title="Gattung (Biologie)">Gattung (Biologie)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Peter_Eisenberg_(Linguist)" title="Peter Eisenberg (Linguist)">Peter Eisenberg</a>: <cite style="font-style:italic">Substantiv oder Eigenname? Über die Prinzipien unserer Regeln zur Groß- und Kleinschreibung</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Linguistische Berichte</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>72</span>, 1981, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>77–101</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Gattungsname&amp;rft.atitle=Substantiv+oder+Eigenname%3F+%C3%9Cber+die+Prinzipien+unserer+Regeln+zur+Gro%C3%9F-+und+Kleinschreibung&amp;rft.au=Peter+Eisenberg&amp;rft.date=1981&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=72&amp;rft.jtitle=Linguistische+Berichte&amp;rft.pages=77-101" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Heinz Vater: <cite style="font-style:italic">Eigennamen und Gattungsbezeichnungen. Versuch einer Abgrenzung</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Muttersprache</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>75</span>, 1965, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>207–213</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Gattungsname&amp;rft.atitle=Eigennamen+und+Gattungsbezeichnungen.+Versuch+einer+Abgrenzung&amp;rft.au=Heinz+Vater&amp;rft.date=1965&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=75&amp;rft.jtitle=Muttersprache&amp;rft.pages=207-213" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Gattungsname" class="extiw external" title="wikt:Gattungsname">Wiktionary: Gattungsname</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Eva Pöcksteiner: <i>Das Markukt. Wie eine Marke zum Begriffsmonopol wird! Ein kommunikationswissenschaftlicher Forschungsansatz zwischen Appellativ und Freizeichen.</i> Dissertation, Universität Wien 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Inga Hahn-Wermuth: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20210127160717/https://www.slogans.de/magazin/bekannte-als-gattungsbegriff-verwendete-marken-933"><i>Bekannte als Gattungsbegriff verwendete Marken.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 27. Januar 2021 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) auf slogans.de, 31. Oktober 2015</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Matthias Heine: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article235996/Nie-mehr-googeln.html">Nie mehr „googeln“</a>. In: <i><a href="Welt_Online" class="mw-redirect" title="Welt Online">Welt Online</a></i>, 15. August 2006, abgerufen am 11. Februar 2008.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Matthias Parbel: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-will-richtig-googeln-lassen-152201.html"><i>Google will richtig „googeln“ lassen.</i></a> In: <i>Heise online.</i> 15.&nbsp;August 2006,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 3.&nbsp;Dezember 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AGattungsname&amp;rft.title=Google+will+richtig+%E2%80%9Egoogeln%E2%80%9C+lassen&amp;rft.description=Google+will+richtig+%E2%80%9Egoogeln%E2%80%9C+lassen&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.heise.de%2Fnewsticker%2Fmeldung%2FGoogle-will-richtig-googeln-lassen-152201.html&amp;rft.creator=Matthias+Parbel&amp;rft.date=2006-08-15">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/08/04/AR2006080401536.html"><i>So Google Is No Brand X, but What Is 'Genericide'?</i></a>, <a href="Washingtonpost.com" class="mw-redirect" title="Washingtonpost.com">washingtonpost.com</a> vom 5. August 2006.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Oberlandesgericht Hamm: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20051210124301/https://www.finanztip.de/recht/online/www079.htm">Urteil Az.: 4 U 95/00 <i>„sauna.de“ – Gattungsbegriff als Domainname zulässig</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. Dezember 2005 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), 2. November 2000</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundesgerichtshof: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070131171906/http://www.bettinger.de/urteile/mitwohnzentralebgh_f.htm">Urteil Az.: I ZR 216/99</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 31. Januar 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), 17. Mai 2001.</span>
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